Schimmelpilz im Wohnraum – Ein hochaktuelles Thema

Schimmel in Wohnräumen wird aufgrund von Bausubstanzmängeln, Klimawandel, verändertes Nutzerverhalten und luftdichter Neubauweisen immer mehr zum Breitenproblem. Insbesondere die Umsetzung der neuen Energieeinsparverordnung zu immer dichterer Bauweise erzeugt oftmals nicht erkennbare Wärmebrücken und verlangt eine Veränderung des Nutzerverhaltens. Doch wo liegen die Ursachen für Schimmelaufkommen? Wie kann vorgebeugt werden?

Was ist überhaupt Schimmel?

Bei Schimmel handelt es sich um mikrobielle Pilze mit Sporen und Fäden (Lyphen). Pilze werden nach Gattung und Spezies (Arten) unterschieden. Die Pilzsporen sind allgegenwärtig und wurden bereits in der Bibel schon schriftlich erwähnt. Die Konzentration ist im Spätsommer und Herbst am höchsten und in den kalten Wintermonaten am niedrigsten. Diese, in der Natur äußerst nützlichen, Pilze dienen dem Zersetzen von verwesenden, organischen Substanzen.
Der Pilz der Gattung Penicillium (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Penicillium) ist der am häufigsten auftretende Pilz und gleichzeitig der ungefährlichste.
Meist sind Schimmelpilze als flaumiger und mehrfarbiger (meist weißlich, grünlich oder schwarz) Belag auf der Oberfläche von Bauteilen, Möbeln, Lebensmitteln, etc. zu erkennen. Die Lyphen, die sich über die Raumluft zur Verbreitung verteilen sind mit bloßen Auge nicht zu erkennen. Am Geruch alleine ist Schimmel auch nicht auszumachen, da auch andere Möglichkeiten, wie Bakterien, Lebensmittel und der Mensch selbst, Ursache dafür sein können. Meistens ist der Schimmel oberflächig und ab 2 cm Tiefe nicht mehr großartig nachzuweisen, je nachdem wie porös das befallende Material ist.

Welche Gesundheitsgefahren gehen von Schimmelpilzen aus?

Die Gefährdungsklassen unterteilen sich nach Risikogruppen (nach TRBA-Regelwerk) eins bis drei (ungefährlich bis Vergiftungsrisko) oder nach Gefährdungsklassen (nach Sedlbauer) von A bis C (Toxisch, langanhaltend schädigend und nur wirschaftlich bedenklich).
In Einzelfällen können folgende Krankheitsbilder auftreten:
Allergien, Mykose (Pilzerkrankungen) oder Mykotoxikosen (Vergiftungen durch Stoffwechselprodukte der Pilze). Entscheidend dabei ist immer die Konzentration der toxikologischen Substanzen vor Ort und die Zeitdauer, der man diesen Substanzen ausgesetzt ist.
Bisher gibt es aber noch keinen lückenlosen Zusammenhang zwischen Schimmelpilzen und folgenden Erkrankungen.

Welche Voraussetzungen braucht es zur Schimmelbildung?

Es gibt zahlreiche, günstige Umstände und Ursachen der Schimmelpilzbildung. Der Haupteinflussfaktor ist zweifelsohne eine hohe Feuchtigkeit in Luft und auf der Substanz. Diese beträgt ca. zwischen 70 bis 90%. Die Feuchtigkeit ist aber auch der Einflussfaktor, der am besten vom Nutzer und Bewohner beeinflusst werden kann!

Weitere begünstigende Einflussfaktoren:

  • Temperatur von 0 bis 50 Grad Celsius
  • Organischer Nährstoff (von Staub und Fettschichten auf Oberflächen)
  • Dämmwirkung von Möbeln an der Wand (Nahstehende Möbel fördern die Kondensatbildung hinter den Möbeln auf der Wand)
  • Sauerstoff (ab 0,14% in Raumluft)
  • Zeit (Auskeimung unter günstigen Umständen zwischen 16 bis 28 Tage)
  • pH-Wert der Oberflächen (optimal zwischen 5 und 7)

Zusammenfassend kann man sagen, dass Schimmelbildung immer mit hohen Feuchtigkeitswerten zu tun hat. Alle anderen Einflussfaktoren sind in der Regel immer günstig und kaum beeinflussbar!

Folglich ist als Bewohner und Nutzer von Wohnräumen immer auf ein gesundes Wohnklima und gewissenhafte Lüftung (siehe dort) zu achten! Klicken sie auf die orange-hinterlegten Wörter um mehr Informationen darüber zu erhalten.

Was ist zu tun, wenn Schimmel festgestellt wird?

Entsorgen sie befallene Lebensmittel am besten gleich in die Mülltonne. Nichts in der Wohnung lassen und auch nicht versuchen partiell zu entfernen. Befall an Wänden und Einbauten können auf mechanischen oder chemischen Weg behandelt werden.
Am besten Sie fragen uns als Fachbetrieb oder jeden anderen Fachmann für eine vernünftige und einwandfreie Sanierung. Allerdings muss immer die Ursache geklärt werden, um einen dauerhaften Erfolg der Sanierung zu gewährleisten.

Wie kann man Schimmelbildung verhindern?
Außer wenigen Ausnahmen, wie Bausubstanzmängeln, bzw. Bauschäden und Wasserschäden, kann Schimmel gut vom Bewohner selbst verhindert werden. Da die Hauptursache für Schimmelbildung hohe Feuchtigkeit ist, gilt es, diese im höchsten Maße zu vermeiden.
Eine gesunde Raumluftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 bis 60%, bei einer Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius.

  • Kontrollieren Sie demnach diese Werte anhand von Hygrometern, besonders in den feuchtebelastenden Wohnräumen, wie Küche, Bad und Schlafzimmer
  • Entlüften Sie regelmäßig Nassräume und schaffen Sie generell einen vernünftigen Luftaustausch in der Wohnung herbei.
  • Entsorgen Sie sofort evtl. befallene Lebensmittel.
  • Hängen Sie keine nasse Wäsche in der Wohnung auf. Wäschetrockner mit Abluft nach außen schaffen hier sofort Abhilfe.
  • Feuchteregulierende Wand- und Deckenflächen (wie Lehm- und Kalkputze, Silikatanstriche, etc.) sind ideal.
  • Heizen Sie angemessen ihre Wohnräume, damit die Bauteile ebenfalls erwärmt werden.

Unser Hauptverband stellt Ihnen folgende Broschüre hierfür bereit. Diese Broschüre können Sie auch bei uns bekommen. Kontaktieren Sie uns!

Eine weitere, ausführliche Broschüre zu diesem Thema bekommen Sie auch hier, beim Umweltbundesamt.
Diese Dateien können Sie mit dem Acrobat Reader öffnen. Diesen bekommen Sie hier!

Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns anzurufen. Wir helfen Ihnen gerne.

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